Aufmerksamkeit ist aufgrund der heutigen Reizüberflutung eine knappe Ressource. Bewegte Bilder auf einer dynamischen Fassade haben in dieser Hinsicht einen entscheidenden Vorteil: Wahrnehmungspsychologisch lenkt jede Bewegung, ausgelöst durch einen natürlichen Orientierungsreflex, unsere Aufmerksamkeit auf sich. Statische Bilder hingegen verschwinden mit der Zeit aus dem Fokus menschlicher Wahrnehmung.
Die adäquate Bespielung einer Medienfassade harmoniert mit der Gestalt des Gebäudes. Architektur und präsentierte Bespielungsinhalte beeinflussen sich wechselseitig und werden als ein Ganzes wahrgenommen – das Gebäude tritt als lebendiger Organismus in Erscheinung. Wenn nun die Inhalte und Ereignisse im Gebäude auf der Fassade inszeniert werden, treten Gebäude und Bespielung in Kommunikation. Diese Wechselwirkung generiert eine Einheit – das Innere kehrt sich nach außen auf die Fassade.
Klassische Bildmedien wie Kino oder Fernsehen verfügen sowohl über einen großen, ständig wachsenden Fundus an Bildmaterial mit einer aufwendigen redaktionellen Betreuung als auch über die Möglichkeit der Programmwahl für den Zuschauer. Bei Medienfassaden ist dies anders.  |